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Abschied von Bali nach Christmas Island und Cocos (Keeling) Island in den Indischen Ocean

Am 14. 7. 2014 fällt um 12:00 Uhr der Kiritimati-EOStartschuss zur Rally nach Christmas Island, die sich nach maximal 48 Stunden Aufenthalt in Christmas Island fortsetzt mit der Weiterreise nach Cocos Island. Die zeitliche Beschränkung auf 48 Stunden Aufenthalt ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass nur wenige Mooringsbojen im recht ungeschützten Hafen vorhanden sind und die vielen ARC Yachten im Päckchen an einer Mooringtonne liegen müssen.

Die Überfahrt von Bali (ca.585 sm) gelang nach einem schönen Start bei gutem achterlichem SE Wind in nur knapp 3 Tagen. Nur kurz waren wir gezwungen, unsere Maschine laufen zu lassen, da der Wind einschlief. Morgends um 9:00 Uhr kamen wir als erstes Schiff an und konnten uns die beste Mooring in der Flying Fish Cove aussuchen. Die Bucht ist relativ tief, umgeben von Riffs und hat absolut klares Wasser; zum Tauchen und Schnorcheln absolut gut geeignet. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, dieses Tauch- und Schnorchelrevier zu erkunden. Wir finden ein gesundes Riff mit allen möglichen Arten von farbigen Korallen und einer guten Population schöner Fische. Beeindruckend!

CI ist australisches Territorium und vorerst musste einklariert werden; Zoll, Immigration und Gesundheitsbehörde wollten gefragt werden, ob wir einreisen dürfen. Dank der vorzüglichen Vorbereitung durch die ARC wurden wir schon von allen "Offiziellen" an Land erwartet und abgefertigt.

Im Laufe des Tages kamen nach und nach die anderen Schiffe der Flotte ein. Wir nahmen die Alpheratz und später die Polaris längsseits an unsere Mooring Die Sundowner-Runden wurden immer größer.

Christmas Island ist vor allem bekannt durch die jährliche Paarungswanderung der großen roten Landkrabben, die in der etwas feuchteren Zeit Oktober/November sich vom Inselinneren zum Meer begeben, um ein geeignetes Männchen für die Paarung zu finden; dann geht der Weg wieder zurück. In dieses Zeit sind die Straßen und Weg übersäät mit den roten Krabben, die sich zur Not auch einen Weg durch ein Wohnhaus bahnen. Sie sind jedenfalls nicht aufzuhalten und dürfen auch nicht aufgehalten werden; Autos müssen anhalten und um sie herumfahren. Sie stehen unter strengem Naturschutz. Man treibt einen großen Aufwand mit angelegten Brücken und Tunneln über die Straßen; ähnlich den bei uns gebauten Wegen für die Krötenwanderung und Übergänge für Wildwechsel.

Leider sind wir etwas zu früh im Jahr dort und können das Schauspiel nicht erleben. Aber auf einer Rundtour über die Insel finden wir doch einige Exemplare dieser roten und auch blauen Krabben im Dschungel der Insel, wo viel Feuchtigkeit vorhanden ist, wie zum Beispiel an Wasserfällen. Es gibt einige schöne Strände auf Christmas Island, aber auch schroffen Steilküsten vukanischenn Ursprungs. Wir besuchen die Blowholes am Steilufer, die im Rythmus der Brandung Fontänen von steil aufspritzenden Wasser verursachen, begleitet von tiefen, schlürfenden Seufzern und donnernden Geräuschexplosionen. In den Wipfeln der Bäume sehen wir Seeadler.

Christmas Island lebt in der Hauptsache von einer alten Phosfatmine, die nun wieder abgebaut wird, nachdem sie lange aufgegeben worden ist. Aber offensichtlich lohnt sich der Abbau wieder. Die Anlagen des Hafens sind speziell auf die Verladung dieses Phosfats eingerichtet, mit Laufbändern, die das Material von der Mine transportieren.

Früher gab es viele Probleme mit Bootsflüchtlingen aus dem asiatischen Raum. Heute hat sich dieses Problem ziemlich aufgelöst, das die australischen Behörden Bootsflüchtlinge rigoros an die Heimalländer zurückschicken. Aber noch heute gibt es auf Christmas Island ein Refuge-Camp mit ca. 700 Flüchtlingen.

48 Stunden nach unserer Ankuft, am 19. 9. 2014 verlassen wir Christmas Island wieder in Richtung auf die 525 sm entfernten Cocos Islands, auch Keeling Islands genannt, nach einem Präsidenten der East India Company. Schon am 22. 9. 2014 kreuzen wir die Finish Line in Cocos Island, frühmorgends vor Sonnenaufgang. Der Wind hatte uns mit 20-25 Knoten schnell an unser Ziel gebracht. Wir warteten vor Topp und Takel vor der Passage nach Port Refuge, um den Sonnenaufgang abzuwarten. Die Tiefe der Zufahrt zum Ankerplatz war mit 2,7 m angegeben; wir hatten die Tide noch etwas mit, sodaß wir mit unseren 3,10 m Tiefgang
gerade noch über dieses Flach rutschen konnten.

Der Ankerplatz war wunderschön. Das Wasser schillerte in allen Farben, von tiefblau über hellblau, türkis und grün bis zum braun eines darunter liegenden Korallenstocks. Cocos ist ein Atoll. North Cocos ist ein einzelnes Atoll und unbewohnt. Das südliche Atoll besteht aus 22 kleinen Inseln, hufeisenförmig verteilt über 24 km in Nord-Süd Ausdehnung. Die Hauptinseln sind Direction Island, Home Island und West Island.

Seit 1827 wurden auf den Inseln Cocosplantagen angelegt und man siedelte deshalb alle möglichen Rassen als Arbeitskräfte an, Inder, Chinesen, Malayen, aus Borneo und Neuguinea. Heute leben die moslemischen Nachfahren (ca. 400) auf Home Island und die restliche Bevökerung von 150 Personen auf West Island. Direction Island ist unbewohnt, bietet aber für durchreisende Schiffe die beste Ankermöglichkeit in Port Refuge. Nur muss man von dort ca. 1.5 sm mit dem Dinghy zurücklegen um nach Home Island zu gelangen, dort gibt es einen kleinen Supermarkt mit den wichtigsten Lebensmitteln. Aber kein Bier und kein Alkohol, schließlich ist man in Moslem-Land. Von da aus kann man mehrmals am Tag mit einer Fähre in das 4,5 sm entfernte West Island fahren, wo die Möglichkeiten etwas besser sind, aber sich auch auf das Wesentliche beschränken. Aber immerhin: Bier, Wein und Gin gibt es zu kaufen. Und einen Pub auch! Denn seit 1978 ist Cocos australisches Territorium, und ohne Pub undenkbar!

Leider war der Wind in der Zeit vor Anker in Direktion Island sehr kräftig, eine Dinghyfahrt konnte man nur komplett naß überstehen, so haben wir es nur zwei mal gewagt, die Überfahrt im Dinghy zu machen, um Home Island und West Island aufzusuchen. Wir mussten ja auch unsere Vorräte auffüllen und zurück zum Schiff schaffen; leider dann bei prasselndem Regen!

Direction Island hat eine interessante Geschichte aus dem ersten Weltkrieg. Der leichte deutsche Kreuzer "Emden" unter dem Kapitän von Müller hatte im indischen Ozean erfolgreich U-Boote gejagt und auch auf Direction Island eine wichtige Funkstation zerstört.
Mit der HMS "Sydney" einem australischen Kreuzer kam es am 9. Nov. 2014 zu einer Seeschlacht, bei der die Emden so stark beschädigt wurde, dass der Kapitän das Schiff auf North-Cocos auf Land setzte, um die Mannschaft zu retten. Die Besatzung schlug sich dann nach West Island durch, wo sie einen alten Segler vorfanden, den sie kaperten und mit dem sie ins rote Meer segelten; dann an Land über die Türkei zurückfanden nach Deutschland. Eine abenteuerliche Geschichte! Kapitän von Müller wird als der Gentleman Kapitän bewundert, da er sich außerodrdentlich fair verhielt. Für Australien war es die erste gewonnene Seeschlacht überhaupt. Das Ereignis wird am 9.11.2014 nach 100 Jahren erneut gewürdigt und gefeiert. Da wären wir als Delegation der Bundesrepublik Deutschland gerne dabei gewesen.

Erneuter Start in Richtung auf die längste Etappe über den indischen Ocea, nach Mauritius, über 2.350 Seemeilen. Am 29. 9. 2014 um 10;00 Uhr fällt der Startschuss. Diesmal ein Start Vorwind. Leider habe ich den richtigen Startpunkt verpasst und startete nicht wie gewohnt an erster Stelle, aber es dauerte nicht lange und wir hatten die Spitze des Feldes erreicht, um uns mit den üblichen Verdächtigen, wie Alpheratz (Swan 51), Boingo und Andromeda (GrandSoleil50), Nexus (60Fuss Katamaran) und NDS Darwin (62Fuss Katamaran),
auf dem langen Weg nach Mauritius zu messen.

Es ist jetzt der 5. 10. 2014 - 10:51 UTC. Wir laufen unter Fock und leicht gerefftem Großsegel. Der Wind bläst mit 14 Knoten aus SE. Wir laufen über 9 Knoten und das auf direktem Kurs nach Mauritius. Es scheint, unsere Rechnung geht auf.

Vor uns liegt nach uns vorliegenden Informationen nur die "Nexus", die mit uns gestartet ist.
Weiß der Teufel, wie die das gemacht haben, vor uns zu segeln!


Auf See, Indischer Ocean,
5. 10. 2014
Hubert