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2400 Meilen über den Indischen Ocean – von Cocos nach Mauritius

IndischerOzeanDie Überquerung des Indischen Oceans mit dem Startschuß am 29. September hatte gut begonnen. Ich hatte darüber berichtet. Inzwischen hat sich auch herausgestellt, welche Geheimwaffe die „Nexus“ eingesetzt hatte, um vor uns zu liegen. Ein kleiner Sturm-Gennaker, den man auch noch bei 25 Knoten Wind und mehr stehen lassen kann. Wogegen wir bereits bei 16-18 Knoten Wind uns überlegen müssen, den Spinnaker zu bergen. Und ein Gennaker kann bei einem Katamaran wie der Nexus fast wie ein Spinnaker gefahren werden, wegen der Breite des Schiffes ist dazu keine Spi-Baum erforderlich.

Ausgerechnet als wir Probleme mit dem Lümmelbeschlag unseres Großbaumes hatten, und auf See eine Reparatur durchführen mussten, hatte uns die Nexus überholt. Wir waren gerade für Stunden ohne Großsegel. Danach war die Nexus nicht mehr einzuholen. Zu allem Unglück explodierte unser Spinnaker bei 20 Knoten Wind, den wir normalerweise gerade platt Vorwind einsetzen können, und war mitten durchgerissen nicht mehr zu gebrauchen.

Wind genau von Achtern ist nicht unser Traumwind. Für unsere normale Besegelung mit Großsegel und Fock brauchen wir bei achterlichem Wind mindestens 140 Grad Windeinfallwinkel von Backbord oder Steuerbord, damit die Fock noch voll steht. Wenn dann der Winddruck nicht stark genug ist und der Seegang zu bewegt ist, dann geht es voll auf das Material des Segels und des Riggs mit flappenden und schlagenden Segeln. Wir können aus diesen Gründen oftmals nicht unser Kursziel genau anliegen und müssen vor dem Wind kreuzen. Ist der Wind kräftig genug, fahren wir auch nur mit Großsegel vor dem Wind bei 165 Grad, was uns immer noch Geschwindigkeiten von 7-9 Knoten bringt. …und wir können unseren Kurs besser anliegen.

Mit unserem Spi von 254 qm können wir natürlich am besten vor dem Wind segeln, aber dies nur innerhalb des Limits der Windgeschwindigkeit. Und die kann sich ja ändern, wie wir leidvoll erfahren mussten, als unser Spi plötzlich explodierte und wir froh waren, die beiden übrig gebliebenen Teile des Spi`s bergen zu können, bevor sie sich um die aufgerollte Fock am Vorstags umwickeln können. Dann ist Trauer angesagt und einer muss in den Mast verholt werden, um den Rest zu bergen. Eine schwierige und kraftraubende Arbeit im Top eines schwankenden Schiffes.

Für raumere Kurse können wir noch unseren Gennaker von 250 qm einsetzen. Aber der Einsatz ist auch limitiert auf Windgeschwindkeiten bis 20 Knoten.

Die Windverhältnisse auf dem Indischen Ocean bescherten uns aber vornehmlich Passatwinde aus Südost mit Windgeschwindigkeiten von 12-20 Knoten, mit denen wir gut zurechtgekommen sind.

Die letzten Tage segelten wir ohne Spinnaker nur mit Großsegel und Fock. Sobald der Wind dann Richtung ENE dreht nahmen wir oft die Fock weg und segelten nur unter Großsegel weiter, da wir dann einen besseren Kurs auf unser Zielt steuern konnten.

Wir segelten zwar weiterhin gute Etmale – das schnellste Etmal waren 218 Meilen, mehr als 9 Knoten im Schnitt (Etmal=Zeitraum 24 Std.). Aber den Abstand zur „Nexus“ konnten wir damit leider nicht aufzuholen.

Nach 13 Tagen, am 12. 10. 2014 um ca. 02:00 Uhr morgends, erreichten wir Port Louis auf Mauritius als erster Monohull. Der Katamaran Nexus war schon ca. 12 Stunden vorher eingetroffen. Nach uns kamen in Abständen von 12 Stunden die anderen Schiffe der Flotte. Nach berechneter Zeit – wir haben leider den größten Malusfaktor der Flotte – verdienten wir uns den 3. Preis unserer Klasse.

Hubert

Port Luis, Mauritius den 22. 10. 14