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La Reunion

reunionDie ARC Flotte füllt im Sporthafen von Le Port fast das ganze Hafenbecken aus. Wir liegen längsseits der Pier mit Anschluss an Wasser und Strom. In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es einen kleinen Yachtclub und ein Restaurant mit guter schmackhafter Küche. Besonders der Yachtclub ist abends ein Treffpunkt, auch mit Seglern anderer Nationen.

La Reunion ist ein Overseas Departement von Frankreich. Wir sind also in der EU und können uns wie Zuhause fühlen. Zahlungsmittel ist der Euro, und es gibt alles zu kaufen, was das Herz begehrt, und das auch, nach den Erfahrungen der Südsee und Australien, relativ preiswert. Wir nutzen die Gelegenheit, um wieder unsere Wein- und Biervorräte aufzustocken.

Die Restaurants sind preiswert, gut und bieten neben der vielfältigen creolischen Küche auch die indische, chinesische und die französische Küche an. Es ist ja auch wieder ein Mischung der Kulturen auf La Reunion, das von Frankreich dominiert wurde. Nur die Engländer waren für einen Zeitraum von 5 Jahren Herren der Insel, haben also auch wenige Spuren hinterlassen.

Natürlich brauchte man auch auf dieser Insel Sklaven und Arbeitskräfte, für die man Afrikaner, Inder, Malayen und Chinesen ins Land holte. Und damit auch wieder die verschiedenen Religionen wie Hinduismus, Islam und die christlichen Religionen zu einem toleranten Nebeneinander zwang. Die Insel ist bekannt für viele Produkte von Duftölen, die für die Parfümindustrie in Frankreich Absatz finden, und auch Vanilleschoten sind ein dauerhaftes Exportgut. Wenn man auch davon ausgehen kann, dass die Insel dauerhaft von der Mutter Frankeich unterstützt werden muss, scheint es der Bevölkerung nicht schlecht zu gehen. Und die EU tut ein Übriges: Über 500 Millionen Euro der EU-Strukturfonds wurden gerade in ein Autobahnnetz rund um die Insel verbaut. Die Straßen sind also vom Feinsten.

La Reunion ist die Spitze eines untergegangenen prähistorischen Vulcans. Die Berge sind steil und grün aufstrebend, bewachsen mit Bäumen und Buschwerk bis and die Baumgrenze. Bemerkenswert sind die drei „Cirques“ genannte Plateaus im Zentrum der Insels und der noch aktive Vulcan „Piton de la Fournaise“ in über 2600 m Höhe*. Allerdings sollte man früh auf den Beinen sein, um zum Beispiel den Piton de la Fournaise aufzusuchen. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, denn dann ist der Vulcan meist eingehüllt in Wolken, und seine Eruptionen sind nicht mehr zu sehen, nur eine weiße Suppe. Bei einer Bustour mit allen Seglern unternehmen wir eine Tour durch diese Vulkanlandschaft auf über 2000 m und sind leider nicht ganz so früh da. Aber der Besuch des Vulkans hat sich trotzdem gelohnt; ein großes Plateau versetzt einen in eine wilde Mondlandschaft braunen und zerklüfteten Gesteins aus den Tiefen des Erdinneren. Kleine gelbe und rote Blumen beleben das Bild. Es ist erstaunlich, wie viele wilde Blumen sich entlang den Straßen in dieser Mondlandschaft ansiedeln können.

Wir mieten ein Auto und machen eine Fahrt in die Berge zu den Cirques Salazie und Cilaos. Wir bewundern die vielen Wasserfälle und die tiefen Blicke in steile Bergschluchten. Enge Straßen in endlosen Serpentinen führten uns hinauf. Ein kleiner See auf Cilaos in luftiger Höhe von 1200 m lädt im Sommer zu einem kühlen Bade ein. Wer darüberhinaus Ambitionen hat, sich diese Berge zu erwandern, ist dort bestens aufgehoben.

Da die Insel vulkanischen Ursprungs ist, gibt es kaum weiße Sandstrände, sondern nur solche mit durchaus feinem graudunklem Sand. Aber das Baden ist auf wenige von Riffen geschützte Stellen beschränkt. Überall wird vor Bullenhaien im Wasser gewarnt. Ein touristischer Nachteil, aber die Insel ist trotzdem bei Besuchern beliebt und findet gerade auch bei den Franzosen großes Interesse.

Am 1. November 2014 verlassen wir wieder diese Insel. Für die Rally gibt es ein Startfenster von 10-12 Uhr. Wir sind letztes Schiff, das den Hafen verlässt. Wir nehmen Kurs auf die Südspitze Madagaskars, die wir umrunden wollen, um dann weiter auf die afrikanische Küste nach Richard’s Bay zuzuhalten. Wir waren etwas gewarnt vor heftigen Tiefdruckgebieten an der südöstliche Spitze Madagaskars und auch quer über die Straße von Madagaskar nach Africa. Der ständige Blick auf das Wettergeschehen und die Gribfiles war angesagt.

Jetzt erst einmal begleiteten uns Reunions Düfte nach Geranien, Vetiver und Vanille.

Hubert

10.11.2014

Riochard’s Bay