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Jenseits von Afrika

kwala zuluMit allen Seglern brachen wir auf, zu einer Tour in einen Nationalpark.

Die Anfahrt schon gab uns einen Eindruck in die Landschaft und das Leben auf den Straßen

in der Provinz Kwala-Zulu, dem Land der Zulu Afrikaner. Die vereinzelt in der Landschaft stehenden Bäume mit glattem Stamm und weit ausladenen Baumkronen waren typisch für diese hügelige Landschaft; überall dominierte rote Erde. Die Menschen Afrikas scheinen immer in Bewegung zu sein; Anhalter auf den Straßen und auch auf der Autobahn. Offensichtlich fehlt es aber an einer guten Struktur des Personentransports. Ganz sicher ist die Bevölkerung nicht sehr wohlhabend. Die Einfachheit der Hütten und Gebäude entlang der Straße sprachen Bände. Sogar die traditionellen runden Lehmhütten sah man am Straßenrand.

Die Musik aus dem Film „Jenseits von Afrika“ , Mozarts Klarinettenkonzert 2. Satz, klang uns in den Ohren, auf dem Wege zu dem ca. 100 km von Richard’s Bay entfernten Hluhluwe-Umfolozi Nationalpark, dem ältesten Nationalpark in Südafrika.

Wir waren alle gespannt auf die „Big Five“: Elefant, Rhino, Büffel, Löwe und Leoparden, die dort anzutreffen sind in freier Wildbahn auf einer Fläche von 960 qkm. Dort gibt es auch Kudus, Geparden, Giraffen, Nyalas, Antilopen, Wildschweine (Hogs) und noch viele andere Tiere.

Am Eingang des Nationalparks empfing uns Laurence, Wildhüter und Fremdenführer durch den Nationalpark. In einem kleinen, offenen Wagen begleitete er uns durch den Park. Die Landschaft war schon atemberaubend. Grünes Buschland, Wälder, Flußläufe in hügligem Gelände. Die ersten Elefanten am Wege blickten uns gelangweilt an, als wir passierten. Rhinozerosse trafen sich auf unserem Weg, teilweise mit ihrem kleinen Kalb; ohne Hektik oder ohne Agression. Afrikanische Büffel starrten uns an, unbeweglich; wie Laurence sagt, sind diese Büffel aber ziemlich gefährlich und agressiv. An den Straßen und Wegen durch den Wildpark, überall riesige Dunghaufen der Elefanten. Man riecht es auch! Antilopen und Wildschweine treffen wir auf dem Weg, sowie einige Kudus und Gnus, leider keine Löwen und keine Leoparden. Das tut aber unserer Begeisterung keinen Abbruch. Kurz vor unserer Einkehr in das Top Hill Lodge trafen wir auf einen Elefanten, einem großen Bullen, der am Wegesrand stand. In etwas Abstand hielten wir an. Aber der Elefant war offensichtlich an uns interessiert oder war beieindruckt vom Parfum der Damen, jedenfalls trat er auf die Straße und kam auf unser Auto zu. Langsam, aber sicher. Unseren Mitfahrern in der 1. Reihe des Autos wurde schon mulmig; dann auch mir in der zweiten Reihe! Laurance der Wildhüter fuhr rückwärts mit dem Wagen; der Elefant hinterher. Langsam hatte man doch das Gefühl von etwas Bedrohlichem. Laurance erzählte, dass diese Elefanten einem nicht aus dem Weg gehen, sondern erwarten, dass man ihnen aus dem Weg geht. Das taten wir dann auch. Wir nutzten eine kleine Wegesschleife und fuhren um den Elefantenbullen herum; die Gefahr war gebannt.

Die Fahrt durch diesen Nationalpark hat uns allen viel Appetit auf andere Parks gemacht. Mal sehen, was auf uns noch zukommt.

Richard’s Bay ist eine Stadt, die Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurde, und sich nach dem Bau eines Tiefseehafens in 1976 auf über 300.000 Einwohner entwickelte; immerhin zum größten Hafen Südafrikas. Die Stadt selbst ist nichts besonderes mit ihren Einkaufsmalls.

Aber in unserem Yachthafen trafen wir nette Leute, die sich wohl auch freuten über diese Abwechslung, eine Flotte von 20 Schiffen der ARC zu beherbergen.

Der Club veranstaltete zu unseren Ehren ein Fest mit guten Reden, Essen, Musik und auch einer Preisverteilung durch die ARC. Ein 1. Platz für die CHIKA-lu, trotz des ungünstigen Handicaps. Zulutänzer wurden aufgeboten, um das richtige Lokalkolorit zu geben. Begeisternd, diese ursprüngliche Kraft und Geschmeidigkeit in der Darstellung jedes Tänzers, ihre Talente zu zeigen. Das Bier floss in Strömen. Man fand sich allgemein sympathisch und verbrüderte sich. Erst früh am Morgen war Ruhe.

Übrigends habe ich meinen Brustkorb röntgen lassen. Der Arzt sagt, keine Rippenbrüche! Gut so.

Hubert,

Richards’s Bay, 14. 11. 14