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Begegnungen auf See

delfineAuf See sind wir ziemlich einsam. Im Grunde sind es nur drei Besucher, die zu uns kommen, sieht man von den seltenen Treffen mit großen Frachtschiffen ab. Da sind zum einen die Wale, die aber leider immer in respektvollem Abstand bleiben und meistens nur durch die Fontäne auszumachen sind, die sie beim Ausatmen ausstoßen. Dann, von der Anzahl her, die häufigsten Besucher, schwarze Seevögel, die im Gegensatz zu den Möwen, die immer nur in der Nähe des Landes präsent sind, keinen Laut von sich geben, sondern nur ständig mit eleganten Flugbewegungen dicht über dem Wasser kreisen. Wir nennen sie die „schwarzen Schweiger“. Die dritten Gäste auf der weiten See sind die Delfine. Wenn der erfahrene, abgebrühte Blauwassersegler bei den meisten Ereignissen auf See, wie bei spektakulären Sonnenauf- und –untergängen, besonders hohen Wellen oder anderen Wetterereignissen stoisch im Cockpit sitzen bleibt, bringen ihn der Ruf „Delfine“ auf die Beine. Auch wenn die Begegnung mit diesen eleganten Tieren schon sehr oft stattgefunden hat, steht jeder auf, geht zum Bug, wo sich die begabten Schwimmer besonders gern herumtollen und schaut ihren Kunststücken zu.

Da gibt es das dreifache parallele Herausspringen, das elegante Abtauchen wenige Zentimeter vor dem Bug und als Zugabe etwas, das ich als den „doppelten Rittberger“ bezeichnet habe, eine zweifache Drehung in der Luft um die eigene Achse. Irgendwann, wenn wir ihnen zu langweilig geworden sind, schwimmen sie dann weiter, und jeder schaut ihnen enttäuscht hinterher. Es gibt scheinbar eine außergewöhnliche Verbindung zwischen diesen intelligenten Tieren und den Menschen, die nicht allein dadurch zu erklären ist, dass wir die wenigen Säugetiere sind, die den Ozean bevölkern. Gestützt durch zahlreiche Geschichten, in denen Delfine Menschen in Seenot geholfen haben, haben wir Menschen wohl eine besondere Liebe zu diesen freundlichen Tieren aufgebaut, die sich beispielsweise dadurch zeigt, dass beim Auftauchen von Delfinen vorsichtshalber die Angeln eingezogen werden, um unseren Freunden auf See, keinen Schaden zuzufügen. Irgendwie lieben wir sie, diese schönen possierlichen Tiere, eine Liebe, die, wie ich befürchte, unerwidert bleibt, denn ich glaube. für sie ist lediglich das Boot von Interesse, wir sind ihnen wohl ziemlich egal.

Uwe

East London, 20.11.2014