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St. Helena, der Traum ist aus, ein Kaiser schaut auf`s Meer hinaus.....

Nach einem Jahr bin ich nun wieder als CrewmitgliedNapoleon sainthelene an Bord der CHIKALU, segle die letzte Etappe der großen Reise bis zum Ziel mit. Von Kapstadt aus, wo ich an Bord kam, nach Brasilien geht die Route über fast halber Strecke nach St.Helena. Eine kleine karge Insel mitten im Ozean. 1.700 NM bis Kapstadt, 1.900 NM bis Südamerika. Die nächsten Festlandpunkte sind also "etwas weiter weg".
Wir erreichten die Insel nach flotter Fahrt am 21.01.2015 gegen Uhr12;30UTC. Eine Möglichkeit anzulegen gibt es nicht und nach Anweisung der Hafenbehörde wurde an Muringtonnen festgemacht. Von Bord an Land geht es hier per Taxiboot, und von Taxiboot an Land auf die Pier geht es nur mit etwas Beherztheit und Mut zum Außergewöhnlichen. Denn dicke Tampen hängen von einem Geländer an der Kaimauer herab bis zum Dollbord des offenen Taxiboots. Es ist hier Brauch sich eine dieser Leinen zu greifen und sich daran hoch an Land zu ziehen. Weil das Boot aber während des Anlegemanövers nicht wirklich festmacht und heftig schwankt, kann es geschehen, dass man bei dieser Aktion des "Anlandgehens" Fähigkeiten an sich entdecken kann, die denen von Kletteraffen ähnlich erscheinen lassen. Es ist also mehr ein "Anlandschwingen".

Als erstes Schiff an der Tonne waren wir für den örtlichen Radiosender ein Objekt von besonderem Interesse. Sebastian und Wolfram wurden interviewt, die Sendung life übertragen. So wird Mann bekannt, auch an abgelegenen Orten.

Was St.Helena bekannt gemacht hat in der Welt, ist meines Wissens nur eins, nämlich als Ort der Verbannung von Napoleon Bonaparte, dem letzten französichen Kaiser. Hierüber gibt es sicher viel mehr zu erfahren und zu spekulieren als ich hier wiedergeben mag. Nur dies in Kürze: 1815 wurde er von England hierher verbannt, samt 30köpfigem Hofstaat, sogar mit eigenem Friseur etc.. Sein Leibarzt war Ihm wohl nicht sehr von Nutzen, denn er starb hier sechs Jahre später am 5.5.1821. Vieles was hier an Ihn erinnert, wird sehr gepflegt und mit großem Respekt bezeugt. Die Möglichkeiten der Verproviantierung zeigten sich als sehr begrenzt. Ein Mobilfunknetz ist nicht vorhanden. Eine Start-und Landebahn ist fertiggestellt und die Eröffnung des ersten und einzigen Flughafens ist für 2016 glaubhaft angekündigt. Vielleicht trägt es dazu bei den Rückgang der Bevölkerungszahl zu stoppen.

Während der abendlichen Grillparty des örtlichen Yachtclubs tritt die hell beleuchtete Treppe zur Oberstadt immer deutlicher hervor und drängt sich mir auf. 699 Stufen sind eine Herausforderung. "Hier komm ich wahrscheinlich nie wieder her", denk ich. Ich hab dann hinauf 711 Stufen gezählt. Runter war´ns genau so viele. Drei Tage Muskelkater. Die Aufenthaltsdauer ist auf 72 Stunden beschränkt. Zeit genug für diese Insel mit ihren freundlichen Bewohnern.


Ich freue mich auf die frühere Hauptstadt Brasiliens, Salvador de Bahia.

Willi