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Funk an Bord

Lauten diverse Beschreibungen und Buchtitel,CB-Mobilfunkgeraet was empfehlenswert ist, wenn man auf hoher See den Kontakt zu seinen Lieben pflegen möchte. Je nachdem, wie teuer der Kontakt sein darf, gibt es hier verschiedene Wege. Die einfachste, aber teuerste Kontaktpflege besteht in der Anschaffung eines Satellitentelefons und der Nutzung der diversen künstlichen Himmelskörper, die zu diesem Zwecke häufig unsere Lebensscheibe überfliegen. Was es mit dem Leben auf der Scheibe auf sich hat, hat Blitz (Uwe) in einem früheren Beitrag beschrieben. Der Vorteil des Satellitentelefons ist eine vergleichsweise unkomplizierte Handhabung der jeweiligen Kontakte da ähnlich gestaltet wie bei einem Handy. Wo Licht ist, gibt's auch Schatten. Jeder Versuch, sich über Satellit mit jemandem zu unterhalten, startet regelmässig mit einem obligatorischen "Hallo! (Wartepause) Hallo, hörst Du mich? (Wartepause)". Je nach Standort an Bord, Tages- oder Nachtzeit, Wind und manchmal auch Wetter wird diese Einleitung mehrfach wiederholt. Im schlimmsten Fall wird ein zweiter Versuch der Kontaktpflege gestartet, im besten Fall haben sich die Pflegenden endlich gefunden und können nunmehr die weniger wichtigen Dinge besprechen. Natürlich lässt sich auch elektronische Post damit versenden und sogar empfangen.



Damit sind wir bei der preiswerten Variante der Kontaktpflege, dem Versenden und Emfangen elektronischer Post. Das geschieht mittels eines Programms auf einem PC an Bord, den mittlerweile fast jeder hat. Der PC wird dazu mit dem Satellitentelefon und oder einer Kurzwellenfunkstation verbunden. Das geschieht mittels einiger Kabel. Das Programm kann nun hoffentlich Kontakt aufnehmen mit den zuständigen elektronischen Postämtern, um elektronische Post zu senden und zu empfangen. In der ARC Flotte ist die Installation einer Kurzwellenstation Pflicht. Auch Chikalu hat eine solche. Die Programme für den elektronischen Postverkehr sind meistens sehr simpel gestaltet und tragen vor allem der langsamen Übertragung per Kurzwelle Rechnung, so dass lediglich Text, jedoch keine Anhänge wie Dokumente, Bilder, Webseiten und sonstiger Kram übertragen werden kann, das es zu lange dauern würde. Schliesslich soll ja gesegelt werden mit gelegentlicher Kommunikation, weniger umgekehrt. Das zwingt natürlich uch die jeweiligen Verfasser einer Nachricht, die Kontaktpflege mit den Lieben daheim kurz und prägnant zu halten: "Alles gut. [gewünschter Gruss]" reicht meistens hin, um wenigstens mitzuteilen, dass das Boot noch schwimmt, man selbst noch lebt und die Zukunft positiv beurteilt. Leider ist den daheim Gebliebenen nicht immer gewärtig, dass die Kurzwellenübertragung doch sehr langsam ist, so dass sie häufig in Romanform antworten: "Hier auch". Das erfordert dann doch Geduld des Funkers, der nun stundenlang versuchen muss, diese Nachricht wider alle Störungen, Stationsproblemen, Entfernungen, Wetterbedingungen auf den PC zu bringen, um den eigentlich gemeinten Empfänger (das jeweilige Crewmitglied) mit den guten Neuigkeiten beglücken zu können. Wer sich noch an die guten alten Zeiten erinnert, als die Hitparade von Radio Luxemburg, Radio Caroline, Deutschlandfunk, Radio Veronica, AFN Bremerhaven auf Mittel- und Kurzwelle empfangen wurde, die Nachrichten der Deutschen Welle samt Seewetter mit dem Weltempfänger in Knacken, Knistern und Rauschen gerade so verständlich waren, weiss, was ich meine...

Das Satellitentelefon bietet hier die bessere und schnellere Variante, Post zu senden und zu empfangen. Auf grossen Dampfern wird das heutzutage nur noch so gemacht. Dort verschwinden allerdings die hohen Übertragungskosten im Betriebsbudget und fallen nicht weiter auf, anders als auf Sportbooten, auch wenn sie um die Welt segeln. Da fallen denn schon mal schnell eintausend Euro für ein paar Postsendungen an und belasten das Budget in anderer Weise als ursprünglich geplant. Daher wird gern ein Mix gefahren aus Kurzwelle und Satellit.

Nebst der Zufriedenheit des Funkers, im Südatlantik seine Post über das Postamt auf Nova Scotia senden und empfangen zu können, dient die Kurzwellenstation auch dem Sprechverkehr der Boote untereinander, erfüllt also eine soziale Funktion in der Flotte. Jeden Morgen und jeden Abend gibt es den 'Role Call', in dem die Boote ihre Position mitteilen, ihren Tag beschreiben (regelmässig grossartig) und sich alles Gute wünschen. So fühlen sich dann alle fünf Crewmitglieder der Chikalu nicht so einsam und verlassen auf dem Atlantik. Sie wissen sich in guter Runde und Gesellschaft.

Tja, so ist das mit dem Funk auf ARC Yachten, die um die Welt segeln...

wolf at chikalu, South Atlantic