More Website Templates @ TemplateMonster.com. September 17, 2012!

"Chika-Lu" auf Fernando de Noronha

Nach 12 Tagen in Salvador de Bahia wird es Zeit, Fernando de Noronha - vista aeramal wieder zur See zu fahren. Wir laufen Mittags aus, nachdem wir Lebensmittel gebunkert und die Tanks gefüllt haben. Bei mittleren böigen Winden kreuzen wir aus der riesigen Bucht von Salvador und gewinnen Abstand von der Küste. Anschließend geht es parallel zur Küste in einem Abstand von 25 Meilen nach Norden. Die vielen Städte entlang der Küste erhellen nachts den Himmel. Wir kommen gut voran, ab und zu gibt es kurze Regengüsse, sonst läuft die Bordroutine ohne besondere Ereignisse. Auf der Strecke fangen wir mit der Schleppangel zwei Barakudas, die sich heftig wehren, aber doch für die Pfanne dienen müssen. Sie schmecken übrigens sehr lecker, fast wie Kalbfleisch. Nach dreieinhalb Tagen kommen wir vor der Westhuk der Inselgruppe "Fernando de Noronha" an. Wir hatten von dieser Insel viel Gutes gehört und hatten uns deshalb entschieden, nicht erst an der Küste entlang z.B. nach Recife zu laufen, sondern direkt hierher. Es sind rd. 700 Meilen ab Salvador da Bahia.

Uns erwartet im Abendlicht eine pittoreske, zerklüftete Küste mit steilaufragenden Bergen. Leider kommen wir erst im Dunkeln bei der Insel an. Nach weiteren 6 Meilen tasten wir uns unter Maschine zum einzigen Ankerplatz der Inselgruppe vor dem Ort "Vila dos Remedios". Zahlreiche Blitzlichter zeigen uns ankernde Kleinfahrzeuge an.

Vier Segelboote, davon zwei Teilnehmer der WorldARC liegen hier schon. Wir lassen in ihrer Nähe den Anker auf rd. 15 Meter Wassertiefe fallen und genießen das Ankommen-Bier. Am nächsten Morgen sehen wir die ganze Schönheit der Insel. Sie erinnert mit den steilen Felsen und grünen Abhängen ein wenig an die Marquesas in der Südsee. Wir suchen uns einen Ankerplatz, der näher zum kleinen Hafen liegt, machen das Schlauchboot fertig und gehen zu einem ersten Besuch an Land. Der Schwell ist erheblich, die "Chika-Lu" rollt kräftig, und am Strand gibt es eine hohe Brandung. Nur hinter einer Steinmole gibt es etwas Schutz, wo wir mit dem Dinghy landen können. Mit einem Bus fahren wir über die Insel bis zur Südküste, wo die zauberhafte Bucht "Baia do Sueste" liegt. Im zentralen Insel Ort bestellen wir einen Leihwagen für die nächsten zwei Tage. Auf der Insel fährt man nur Strandbuggies aus brasilianischer Produktion auf der Basis von VW-Fahrgestellen und Käfermotoren. Sie heißen hier Buggy mit "U", also "Boogie".

Die nächsten Tage erkunden wir die Insel. Auf der Hauptinsel leben rd. 4.000 Menschen, die meisten von ihnen verdienen ihr Geld mit dem Tourismus. Fernando de Noronha gilt als Paradies für Surfer und Taucher. Ein von den Amerikanern im 2. Weltkrieg erbauter Flugplatz dient brasilianischen Touristen, die hier ihren Urlaub machen. Überwiegend sind es junge Paare, die sich die hohen Preise für das Tauchen, die Pensionen (Pousadas) und die Restaurants leisten können. Wir fahren viele Strände der Insel ab, soweit sie nicht durch strenge Naturschutzregeln gesperrt sind. Überall gibt es gute Strände zum Surfen und Baden, und überall gibt es nette Strandbars. Die Fahrtstrecken haben es allerdings in sich, die Bezeichnung "Feldweg" wäre noch geschmeichelt. Unser Buggy hat vorn zwei enge Sitze, in die man sich hineinzwängen muss. Hubert fährt souverän und nimmt jedes Schlagloch mit. Hinten sitzen drei Leute hoch über dem Verdeck. Die Inselgruppe ist übrigens von Amerigo Vespucci im Jahr 1503 entdeckt worden. Sie war strategisch sehr wichtig und wurde häufig umkämpft. Spanier, Holländer und Portugiesen siedelten hier. Die Ruinen von 10 imposanten Befestigungsanlagen zeigen, welche Bedeutung die Insel früher hatte. Im letzten Jahrhundert wurde sie als Gefängnis für politische Gefangene genutzt, eine Zeitlang landeten und starteten hier auch große Wasserflugzeuge aus Europa auf ihrem Weg nach Südamerika.
Nach fünf Tagen klarieren wir wieder aus und segeln nach Westen zur Stadt Fortaleza auf dem brasilianischen Festland, die rd. 400 Meilen entfernt ist.