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Die letzte große Etappe

GrenadaDie 350 sm lange Strecke von Fernando de Norunha bewältigen wir in 2 Tagen. Die Einfahrt in den Hafen von Fortaleza ist gespickt mit Untiefen und Wracks. Wir machen in der Marina des Park Hotels fest; eine alte Anlage vor dem Hotel, bestehend aus einer Reihe von eisernen Schwimmkörpern, an denen wir römisch-katholisch vor unserem Buganker festmachen. Es steht ein starker Schwell, der uns auf die eisernen Kästen drückt, wir müssen einen guten Abstand halten. Für unsere 3m lange Gangway kein Problem. Aber wir wissen von einigen Schiffen aus der ARC-Flotte, die ihr Heck dort ziemlich beschädigt hatten.

Das Hotel dazu ist im Gegenteil sehr gepflegt, bietet gute Restaurants und auch einen Swimmingpool, den wir benutzen dürfen.

Nach der ersten Nacht bei Niedrigwasser ergreifen wir jedoch schnell wieder die Flucht von diesem Liegeplatz, denn wir sitzen mit unseren 3,10 m Tiefgang auf. Wir ankern deshalb im Vorhafen bei 6 m Tiefe und müssen wieder unser Dinghy einsetzen, um an Land zu kommen.

Fortaleza hat keinen guten Ruf in der Kriminalstatistik von Brasilien. Man warnt uns, in Dunkelheit in der Stadt unterwegs zu sein. Die Stadt hat uns nicht sonderlich beeindruckt, und so fällt es uns leicht, Fortaleza am 5. März wieder zu verlassen. Abweichend von dem Kurs der ARC-Flotte wollen wir aber vor der Ankunft in Grenada nach Barbados segeln. Diese Insel, die ich bereits 1962 nach einer Atlantiküberquerung angelaufen habe, liegt aufgrund der vorherrschenden Passatwinde aus NO-O außerhalb der üblichen Routen der Karibiksegler, die 80 sm gegenan segeln müssten, um die Insel zu erreichen. Für uns war das eine gute Gelegenheit, die Insel mit halben Wind anzuliegen. So hätten wir von dort lediglich 80 sm nach Grenada mit raumen Wind segeln müssen.

Die letzte große Etappe von Fortaleza /Brasilien in die Karibik beträgt etwa 1700 sm, bei günstigem Wind aus Ost bis Nord-Ost. Mit etwas Glück hilft auf dieser Strecke ein gute Schiebestrom, der Guayana Current entlang der brasilianischen Küste, der bis zu 2 Knoten Fahrtunterstützung bringen kann.

Die Fahrt geht flott voran, die letzten 600 sm liegen vor uns. Da ereilt uns zum wiederholten Male das Schicksal in Form eines gebrochenen Lümmelbolzens. Diesen hatten wir bereits in Fidji und in Cocos Island erneuern müssen, d. h. wir mussten ihn anfertigen lassen. Das Großsegel, das wir bereits 2-fach gerefft fuhren, musste geborgen werden und um den Baum gewickelt werden, da das Rollen des Segels in den Baum nicht möglich war.

Das verbliebene Segel, unsere hochgeschnittene Selbstwendefock, war zum Glück ausreichend, um uns weiter mit guter Fahrt Richtung Karibik zu tragen. Den Plan nach Barbados zu segeln, gaben wir auf und änderten unseren Kurs minimal Richtung Grenada.

Am 14. 3. 2015, nach 9 Tagen, erreichten wir Grenada zur günstigen Mittagszeit. Ein Liegeplatz war für uns in St.Georges Yachthafen „Port St. Louis“ gebucht, einer Marina der X-tra-Klasse.

Grenada empfing uns mit karibischem Flair. Gewürzduft von Muskat, Vanille und Kakao. Und die Klänge der Steelbands. Wir nutzen die Zeit für Strandbesuche, Inselrundfahrten und Kostproben der karibischen Küche.

Am 18. 3. holte ich einen weiteren Mitsegler, meinen alten Segelkameraden Rainer Opitz, am Flughafen von Grenada ab. Von der „Polaris“ übernehmen wir ab Grenada bis St.Lucia noch ein weiteres Crewmitglied: Sheila, die dort wegen eintreffender Familie des Eigners keinen Koje mehr hatte.

Hubert, Tobago Keys, 29. 3. 2015