More Website Templates @ TemplateMonster.com. September 17, 2012!

Darwin und die wilden Northern Territories

Die Wasser des Great Barrier Reefs verlassenDarwin CBD-2005 wir nach einem Ankerstop im Mount Adolphus Island am 19. 8. 2014 früh um 8:00 Uhr mit Kurs auf die Endeavour Straight. Die führt uns um das Cape York herum auf dem schnellsten Weg Richtung Darwin quer über den Golf Carpenteria. Unsere Absicht bei dem Cape Wessel einen Stopover in Gove Harbour hinzulegen, geben wir schnell wieder auf, da es für uns einen zusätzlichen Weg von ca. 200 sm bedeutet. Der Wind aus Ost bis Südost erlaubt flottes Segeln unter Groß und Fock. Hinter Cape Wessel müssen wir immer öfter die Maschine zur Hilfe nehmen. Dank unseres Gori Propellers mit seinem Overdrinve fahren wir bei 1800 rpm gute 7 kn bei sparsamsten Verbrauch.

Unser Glück beim Fischfang läßt nicht nach. Zweimal noch beißt ein Marlin in unseren Köder. Wir können ihn ans Schiff holen, aber bevor wir ihn in unsere achtere Klappe bugsieren können, reißt er sich los. Der Haken hält nicht und ist komplett verbogen. Waren gut 1,8 – 2 m lang, eigentlich zu groß für uns und Platz in unserem Tiefkühler hatten wir auch nicht mehr. Der war gut gefüllt mit den spanischen Makrelen (King Makrele) von 80 -100 cm Länge, ein sehr schmackhafter Fisch mit weißem Fleisch. Offensichtlich schienen sich gerade die Blue Marlin für uns zu interessieren.

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Die Whitsunday Islands und nordwärts nach Cairns und in die Torres Straße

Von Mackay nordwärts liegt das Traumrevier der Bootstouristen, 1280px-Whitsunday Island - Whitehaven Beach 02der Bootsfahrer und  aller Segler, die Whitsunday Islands, ca. 20 bis 40 Seemeilen vom Outer Great Barrier Reef entfernt. Ein Tropenparadies mit 74 kleinen Inseln. Keine Koralleninseln, sondern die Spitzen eines abgesenkten Unterwassergebirges, deshalb dicht bewaldet mit einer abwechslungsreichen Landschaft. Herrliche, weite Sandstrände und eine vielfältige Meeresfauna überall.  Wir ankern ganz allein in einer kleinen Bucht der Goldsmith Insel, die zur Smith Group gehört; Silversmith Island, Coppersmith Island etc.
Aber unser ersehntes Ziel sind die Whitehaven Beaches auf Whitsunday Island, zu dem wir weiter segeln. Dieser Strand an einer langen Bucht gelegen, ca. 5 km lang, sucht Seinesgleichen. Weißer feinster Sandstrand. Ein „singender Sand“, der ein metallisch singendes Geräusch macht, wenn man über den Strand schlurft. Wir laufen den ganzen Strand entlang; kein Plastik, kein Müll, nur Natur, ein Ast ein Baumstamm. Bei Ebbe auf dem Hinweg lief es sich sehr gut in hartem Untergrund, aber zurück war es doch sehr anstrengend, denn die Flut zwang uns, im weichen Sand zu laufen, in dem man mit seinen Füßen schnell versank. Das geht auf die Waden. Am Fuße eines Weges auf die Rückseite der Insel fand Frank besondere Fotomotive; Warane von ca. 1 m Länge, die sich von der Sonne verwöhnen ließen.

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Mackay – unser Einfallstor nach Australien

Der erste Eindruck, den man von Australien gewinnt,800px-View of Mackay from helecopter - 4 sind die Australier selbst. Freundlich und hilfsbereit.  Von jedem wird man begrüßt. „How are You today?“ „Nice day today!“ Den Kontakt mit den Australiern hat man schnell hergestellt. Und dabei findet man heraus, daß hier alle Australier meist einen europäischen Hintergrund haben. Englisch, Deutsch, Italienisch. Aber auch Asiaten aus Indien oder China.
Nur die eigentlichen Australier, die Aborigines, trifft man nicht in den Straßen der Städte. Wie wir herausfinden, sind die Aborigines fast alle in Reservaten untergebracht. Natürlich auch besonders im Norden Australiens, in  Queensland und auf der Halbinsel York, der Spitze Australiens.
Wenn man mit Australiern zusammen ist, fällt einem gleich auf, welchen großen Durst die Leute haben. Bier läuft immer in Strömen. Schauplätze des geselligen sozialen Lebens nach Feierabend sind die vielen Pubs, in denen das australische Bier in geeisten Gläsern und eiskalt gezapft und ohne Schaum serviert wird. Und das beileibe trifft nicht nur auf die Männer zu, sondern auch viele Frauen finden sich an den Theken, um den großen Durst zu bekämpfen. Großzügig wird man auf eine Runde eingeladen, aber dann kommt irgendwann die Aufforderung: „Your shout, mate!“, sich zu revanchieren.

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Australia we come! – durch das Great Barrier Reef nach Mackay

Crew mackay

Pünktlich am 17. 7. 2014 um 11:00 Uhr war der Start zu der 1250 sm langen Rally nach Mackay in Australien. Wieder einmal ein Start vor Wind. Wir setzen unseren Spinaker und machen gute Fahrt in Richtung auf die Nordspitze von Neu Kaledonien. Bald dreht der Wind auf Süd und weiter auf Südwest, sodaß wir hoch am Wind segeln müssen. Mal eine Abwechslung!

Einige Schiffe gehen von vornherein weiter südlich in Richtung auf die Grand Passage von Neu Kaledonien, die weiter südlich liegt, als die von den Segelanweisungen vorgegebenen Route um die nördliche Spitze. Wir studieren nochmals die Segelanweisung. Für uns ist klar, da verstoßen einige Segler gegen diese Anweisung. Das verschafft ihnen einen schnelleren Kurs und etwas weniger Distanz. Sollen wir protestieren?

Der Wind stabilisiert sich immer mehr auf Richtung Südwest mit einer Windstärke von 15-25 Knoten. Teilweise ist das eine schöne Bolzerei gegenan. Etwas unbequem, aber wir machen eine gute Fahrt von 8-10 Knoten. Nach passieren von Neu Kaledonien können wir etwas abfallen in Richtung auf die Hydrographers Passage, die uns durch das äußere Great Barrier Reef führt. Riesige Seezeichen markieren den Eingang der Passage. Wir können weiter am Wind durch die Passage segeln. Die Schiffahrtsroute, die durch die Passage führt und von vielen Bulkcarriern benutzt wird, verschmähen wir und finden weiter nördlich die

Bramble Passage, die uns weiter durchs Riff am Wind segeln läßt. Obwohl nur ca. 1 sm breit geht das sehr gut und nach der Ausfahrt aus dieser Passage können wir den gleichen Kurs halten in Richtung Mackay. Es ist Hochwasser und wir können die vielen kleineren Flachstellen sicher passieren. Am 23. 7. 2014 kommen wir in Mackay an, gegen 22:00 Uhr, leider wieder einmal in völliger Dunkelheit. Aber wir finden den Weg in den Hafen und machen an einem Finger der Tankstelle fest. Für den nächsten Morgen ist die Einklarierung in Australien vorgesehen. Wir waren gewarnt, daß diese Einklarierung seine Tücken hat und hatten vorher schon versucht , uns darauf einzustellen. Eier waren aufgegessen, Obst und Gemüse ebenfalls. Wir hatten nur ein paar Sachen übrig gelassen, die industriell verpackt waren. Wir glaubten, damit den Regeln entsprochen zu haben.

Frühmorgends um 7:00 Uhr trat eine Mannschaft der Immigration, des Zolls und der Quarantäne an. Nicht zu vergessen: Drogenspürhunde waren auch dabei. Alles lief sehr professionell ab, freundlich und bestimmt wurden wir abgefertigt. Dann die Quarantäne, die dafür sorgen muss, daß keine landesfremden Arten ins Land verbracht werden. Das Schiff wurde besichtigt und gründlich auf Befall mit Termiten untersucht. Es wurden keine gefunden! Jetzt die Lebensmittel! Es blutete uns das Herz, als der Officer bei der Inspektion unseres Kühlschranks erklärte, daß er leider alle 10 Packungen Schwarzwälder Schinken requirieren und vernichten muß. Auch die gute Leberwurst von Hubert aus Deutschland mitgebracht und original verpackt, fand keine Gnade. So auch ein paar unschuldige Linsen und Bohnen mussten dran glauben. Allerdings gestattete man uns, noch einmal von diesen Produkten zu naschen; in unserem Bauch konnten diese Leckereier problemlos eingeführt werden. Soviel kann man aber nicht auf die Schnelle davon essen, sodaß wir einige Packungen Schwarzwälder Schinken reihum auf andere Schiffe verteilten, natürlich nur zum sofortigen Verzehr. Segler aller Nationen machten sich über den Schinken her und freuten sich über die deutsche Spaezialität. Etwas konnten wir also retten, aber der Rest ging unwiederbringlich dahin.

Unsere Einklarierung war damit abgeschlossen und wir konnten unsere gelbe Quarantäneflagge aus der Steuerbordsaling entfernen und uns im Land frei bewegen.

Das erste australische Bier schmeckte dann besonders gut. Wir freuen uns darauf, mehr von Australien zu sehen.

Die Mackay Marine ist gut organisiert und großzügig angelegt. Wir nutzen die Gelegenheit, die Chika-lu nochmals in einen Travellift zu hängen, um den Kiel zu inspizieren, nachdem wir in Port Vila Grundberührung hatten. Die kleinen Schäden kosmetischer Art wurden schnell repariert. Freitag raus aus dem Wasser und Sonntag wieder rein ins Wasser. Bei Bedarf wird eben auch Samstag und Sonntags gearbeitet. Ein schneller Job!

Bald geht es weiter in die Whitsunday’s Inseln im Great Barrier Reef, und weiter nordwärts dem Reef entlang bis Cape York, der nördlichsten Spitze Australiens. Ab jetzt müssen wir aufpassen auf die Salties (Salzwasserkrokodile), Haie, Schlangen und Stingers Quallen, die für den Menschen tödlich sein können.

Hubert

27. 7. 2014

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Fidschi

Falling Coconuts

Fidschi liegt im Zentrum der Inselwelt des Südpazifik. Es besteht aus über 330 Inseln, über 1oo davon sind bewohnt. Es befindet sich im Grenzbereich zwischen Polynesien und Melanesien.

Am 10. 10. 1970 wurde Fidschi nach fast 100-jähriger britischer Kolonialzeit selbstständig.

Von Tonga kommend nähern wir uns Fidschi und haben die östliche Lau-Inselgruppe zu passieren. Spontan entschließen wir uns am 7.6.2014 die Insel Totoya anzulaufen, ca 100 sm vor der Hauptstadt Suva. Wir laufen entlang dem vorgelagerten Riff und suchen mit der gebotenen Vorsicht die Einfahrt in das Atoll. Vor einer großen Bucht mit unberührter Natur und weitem Sandstrand fällt der Anker. Schnell sind Flossen und Maske angelegt, um die Unterwasserwelt mit ihrer ausgedehnten Korallenlandschaft zu erkunden. Das macht Segeln in Fidschi aus: Erkunden der zum Teil völlig unberührten Inselwelt vom Boot aus, dort wohin kein organisierter Tourismus vordringt!

Nach einer Nacht mit viel Wind und Schräglage erreichen wir am 9.6.14 morgens die Hauptstadt Suva auf Viti Levu. Hier wollen wir einklarieren. Es ist regnerisch, starke Bewölkung hängt in den umgebenden Bergketten. Im Hafen viele verrostete Fischerboote vor Anker, einzelne Wracks im Hafenbereich. Es folgt die übliche Einklarierungsprozedur mit vielköpfiger Kommission an Bord. Für das Cruising Permit ist ein Extragang an Land gefordert: quer durch die Stadt findet sich nach mehrfachem Nachfragen das amtliche Büro. Auf den zahlreichen verlassenen Schreibtischen stapeln sich die Papierberge, im Nachbarraum sitzen die Angestellten beim Schwätzchen. Suva zeigt eine städtischen Charakter mit lautem Straßenverkehr, vielen Geschäften jeglicher Art und zahlreichen Hochhäusern-kein Ort, um länger zu verbleiben, als unbedingt notwendig ist.

In der folgenden Nacht ruhige Weiterfahrt unter Motor-der Wind hat uns verlassen- nach Port Denerau. Hier soll das Schiff einige Tage aus dem Wasser, um den Unterwasseranstrich zu erneuern, damit es in Australien bei den strengen Einreisekontrollen keine Schwierigkeiten gibt. Es soll eine kompetente Marina sein-Maße des Schiffes wurden selbstverständlich im voraus bekanntgegeben. Aber: als das Schiff dann im Kran hängt, und der dritte Hebeversuch abgebrochen wird, stellt sich heraus, dass die Marina eben nicht mit dem Tiefgang des Schiffes klarkommt. Wir verbringen eine Nacht in Port Denerau, das viele Lokale, Geschäfte und große Hotels einschließlich Golf- und Tennisplätze aufweist und hochfrequentierter Hafen zu den wunderschönen vorgelagerten Inseln der Mamanucas- und Yasawasgruppen ist.

Wir verlegen zum nördlichen Ende der Nadi Bay zur Vuda Point Marina, in die wir bei Hochwasser so gerade eben ohne Grundberührung einlaufen können und in dem sehr übersichtlichen kleinen Hafenbecken zunächst zentral festmachen. Bei ablaufendem Wasser sitzt das Schiff dann aber auf und wird mit der nächsten Flut erfolgreich gekrant.

Neben dem Unterwasseranstrich stehen zahlreiche weitere kleinere Arbeiten an. Hubert hat sich entschlossen, nach Hause zu fahren, sodaß das Cruising in Fidschi für die Chika-lu ausfällt.

Andere Yachten steuern Savusavu auf Vanua Levu an, das mit seiner idyllischen Bucht-ein international renommierter Treffpunkt der Taucher- als einer der schönsten Orte Fidschis gilt und berichten von weiteren eindrucksvollen Inselerkundungen und Kontakten mit der dortigen Bevölkerung, die sich in Fidschi generell, aber insbesondere auf den kleineren Inseln ausgesprochen offen, freundlich und warmherzig präsentiert. So ist Taveuni, eine Nachbarinsel von Vanua Levi, bekannt für seinen Lavena Coastal Walk, der zu den schönsten Wanderungen auf Fidschi zählt entlang der Ostküste am äußersten Rand des Bouma National Heritage Park und von der dortigen Dorfbevölkerung gepflegt wird. Die Gewässer um Taveuni gehören zu den besten Tauchrevieren der Welt, das besondere Highlight ist ein 30 km langes Riff zu Vanua Levi mit der spektakulären Riffwand The Great White Wall.

Nachdem Hubert am Vortag abends zurückgekehrt ist, können wir noch am 3.7.14 auslaufen, um die ARC-Flotte auf einer der vorgelagerten Inseln in der Musket Cove zu treffen und an dem Skipperbriefing für die nächste Etappe teilnehmen. Musket Cove ist eine malerische große Bucht mit Ferienresorts und der dazu gehörigen Infrastruktur, die wir für 2 Tage gerne genießen. Susanne, eine Segelkameradin von Sebastian kommt an Bord. Wir sind erleichtert, daß sie pünktlich eintrifft, da sie ja mit auf unserer Mannschaftsliste steht und mit uns ausklarieren muß.

Am 5.7.14 geht um 10.30 der Anker auf nach Vanuatu.

 

Frank

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Port Vila, die Hauptstadt des Paradieses - oder alles nur Theater?

PortVila

Es geht 130 sm nordwärts nach Port Vila auf der Insel Efate, der Hauptstadt Vanuatus. Bei der Ausfahrt von Port Resolution nehmen wir zu früh Kurs auf und haben leider eine Grundberührung. UnsereSeekarte hat da keine Flachstelle verzeichnet. Überhaupt sind die Seekarten mit Vorsicht zu genießen. Wir kommen aber wieder frei und hoffen nur, daß der Kiel, den wir ja gerade in Fiji hergerichtet hatten, nicht zu arg lädiert ist.

Auf dem Weg passieren wir die Insel Erromango und machen eine kurze Rast in der Ankerbucht Dillons Bay. Um Mitternacht brechen wir aber wieder auf, um mittags in Port Vila anzukommen. Ein passabler Südost bringt uns nach Efate, wo wir Mittags Port Vila erreichen. Um in den engeren Bereich des Yachthafens zur Yachting World Marina zu kommen, wo uns ein Liegeplatz erwartet, müssen wir durch ein eng betonntes Fahrwasser.

Wir haben Sorge, ob das für unsere 3,10 m Tiefgang ausreichend tief ist, schließlich haben wir Niedrigwasser. Aber wir werden schon erwartet und die Crew der Marina beruhigt uns. Kein Problem! Das war leider eine falsche Information. Wieder ein Grundberührung; zurück und erst einmal ankern. Wir müssen 3 Stunden warten bis das Hochwasser wieder da ist. Jetzt geht alles glatt und wir können am Steg römisch/katholisch mit dem Heck vor Anker anlegen. Endlich mal wieder ein Liegeplatz mit Strom und Wasser und Nähe zur geschäftigen Stadt Sebastian taucht und filmt unseren Kiel; der hat schon ein paar Kratzer abbekommen, aber es ist nur Kosmetik.

Port Vila ist eine lebendige Stadt mit vielen Geschäften und Restaurants. Wir liegen in der Marina zusammen mit den anderen Teilnehmern der ARC und pflegen unsere Kontakte und Freundschaften. Von der ARC ist für den Montag eine Rundfahrt über die Insel vorbereitet, an der wir auch Teilnehmen. Zunächst besuchen wir eine Kastom Village auf der Insel, das heißt eine Dorfgemeinschaft, die nach den alten Regeln und Riten ihrer Vorväter leben. Wir laufen ein Urwaldpfad entlang und kommen auf einen Platz. Dort geht es nicht weiter, der weiterführende Pfad ist versperrt. Plötzlich ein martialisch agierender Mann, der mit erhobener großer Keule mit lauten Rufen und furchteinflößenden Gebärden auftritt. Dann ein Zweiter, der mit Pfeil und Bogen auftritt und auf die Gruppe von Besuchern zielt. Ein Dritter erscheint mit seinem Speer, den er drohend auf uns richtet. Das ist ein gut einstudiertes Theater. Wir spenden Beifall.

Der Weg wird uns freigemacht und wir folgen den Männern in ihr kleines Dorf, wo weitere Frauen und Männder sitzen. Für uns ist eine Sitzbank mit geflochtenen Matten vorbereitet und einer der Männer, offensichtlich der Chief, richtet seine Rede an uns. In geschliffenem Englisch spricht er über das Leben ihrer Vorfahren und zeigt uns, welche Mittel die Natur ihnen liefert, um zu überleben. Angelschnüre aus Spinnweben, Fasern aus den Blättern der Bananenstaude oder Palmen. Sie sind sehr geschickt darin, die Natur für ihre Zwecke zu nutzen. Besonders notwendig ist die Konservierung von Lebensmittel. Hier wurden viele Methoden entwickelt. Zum Beispiel wurden Banane geschabt, getrocknet und in Erdhöhlen aufbewahrt, die noch nach Jahren genießbar waren. Der Geruch und Geschmack wäre zwar nicht sehr gut, aber als Lebensmittel gut verwendbar, und darum geht es; wenn man überleben will.

Der Chief entpuppt sich als ausgewachsener Philosoph, wenn er über die Werte spricht, nach denen sie leben. Die Familie und Achtung und Respekt vor den Alten, vor Vater und Mutter, stehen ganz oben. Es wird deutlich, daß er eher pessimistisch ist, wie sich das Leben in dieser paradiesischen Art entwickeln wird. Die sogenannte Zivilisation greift eben auch heftig in ihr Leben ein.

Natürlich werden wir auch mit Tänzen und Gesang unterhalten. Alles sehr kriegerisch und furchteinflößend, wenn die Männer ihre Streitkeulen schwingen und heftig auf den Boden stampfen. Alles Theater!?

Eindrucksvoll jedenfalls ist der Feuerlauf, den der Chief vorführt. Ein Steinbett ist seit ein paar Stunden im offenen Feuer erhitzt worden und inzwischen sehr heiß. Es zischt, wenn man Wasser darüber spritzt. Der Chief lässt sich seine Fußsohlen mit dem Brei von zerkauten Kräutern bespucken, das würde seine Füße schützen vor der Glut. Dann läuft er über die Glut und die Steine. Langsam und keineswegs in Eile. Er zeigt seine Füße, die keinerlei Verbrennungen aufweisen. Von uns will das neimand nachmachen!

In Vanuatu hat es bis auf wenige Jahrzehnte noch Kannibalismus gegeben. Es gab oft Streit zwischen den Stämmen, die man in einer kriegerischen Auseinandersetzung klärte. Die Feinde, die man dabei gefangennahm, dienten auch der Versorgung mit Fleisch. Es war also im Wesentlichen Hunger, der die Insulaner zum Kannibalismus trieb, wie mir unser Reiseführer erklärt. Nicht so sehr die rituellen Gründe, sich die Kräfte seines Gegners und Feindes einzuverleiben. Es war wohl viel profaner.

Zurück in Port Vila haben wir die Zivilisation wieder. Wir nutzen die Zeit und Gelegenheit zum Einkauf von Obst und Gemüsen auf dem zentralen Markt, auf dem ein großes Angebot vorhanden ist. Sogar frische Himbeeren, in einem runden Container liebevoll einzeln aufgetürmt, nicht etwa achtlos geschüttet.

Vanuatu bietet viele sportliche Aktivitäten, von Tauchtouren zu extrem sportlichen Bungee-jumping. In Pentacost Island wird noch Heute das Mannbarkeitsritual ausgeübt, bei denen die jungen Männer sich kopfüber von 10-15 m hohen Bambustürmen stürzen, nur festgehalten mit Bambusseilen an den Füßen, die sie kurz vor der Erde auffangen. Wahrlich eine Mutprobe.

Nun müssen wir uns vorbereiten auf die Reise nach Mackay/Australien, durch das Great Barrier Reef. Schon heute klarieren wir aus bei Immigration und Zoll, damit wir am 17.7.14 zum neuen Ziel aufbrechen können. Rund 1200 sm liegen vor uns.

Hubert

15. 7. 2014

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