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Tanna – das verloren gegangene Paradies?

Tanna

Port Resolution auf Tanna wurde erstmalig von James Cook in 1774 entdeckt und von ihm auf diesen Namen getauft. Tanna ist eine der südlichsten Inseln des Vanuatu Archipels, mit einem der aktivsten Vulkane, die man vom Kraterrand besichtigen kann.

Port Resolution hat eine kleine Gemeinde von Einheimischen, deren Ursprünge wohl in Australien zu suchen sind. Sie leben in einer Dorfgemeinschaft von ca. 300 Einwohnern in einfachen und aus natürlichen Materialien erstellten Hütten, wie sie es seit Urzeiten gewohnt sind. Es wirkt fast unwirklich, wenn man dieses Dorf betrachtet; wie aus einer vergangenen Welt. Die Hütten sind erbaut aus dem Material, was ihnen der Busch und die Kokospalmen kostenlos zur Verfügung stellen. Auffällig viele Kinder betrachten uns neugiering und strahlen uns an. Wir besuchen die Schule und dürfen die Kinder im Klassenraum erleben. Sie sind stolz, ihr erlerntes Englisch anzubringen und singen uns mit großer Begeisterung ein Lied vor. Es ist erstaunlich, wie viele schöne Stimmen zu hören sind.

Diese Dorfgemeinschaft ist kein „Fake“, kein „Potemkisches Dorf“, sondern Realität, mit Menschen, die trotz ihrer Einfachkeit glücklich und zufrieden sind. Die Freundlichkeit der Menschen beeindruckt uns.

Es ist die Zeit der Fußball WM. Deutschland spielt gegen Brasilien. In der Dorfschule soll zu dieser Gelegenheit ein Fernseher aufgestellt werden, damit die Besucher und auch die Einwohner das Fußballspiel ansehen können. Viele Kinder haben sich mit selbst gemalten deutschen Fahnen ausgerüstet. Germany Goal!, klingt es von vielen Seiten. Man erklärt sich als „Supporter Germany“. Wir müssen früh aufstehen, um das Spiel sehen zu können. Früh um 6 Uhr gehen wir an Land. In der Schule dann ratlose Blicke; der Fernseher funktioniert nicht richtig, die Antenne ist wohl verstellt worden. Inzwischen treffen Nachrichten ein: schon zwei Tore gefallen für Deutschland. Wir haben Zweifel, ob es sich bei dieser Information nicht um die überschwengliche Begeisterung der Einwohner handelt. Einer der Einheimischen besorgt eines der wenigen Autos, einen Pick-up, und wir fahren in einem halsbrecherischen Tempo über den schmalen Feldweg durch den Urwald zu einem anderen kleinen Ort auf der Insel, wo in einer Hütte ein Fernseher aufgestellt ist. Männer und Frauen, und auch viele Kinder sind in der Hütte versammelt und schauen dem Fußballspiel zu. Wir haben die erste Halbzeit fast verpaßt, es steht schon 5:0 für Deutschland. Wir sind jedenfalls begeistert, doch noch einen Teil dieses Spiels zu sehen. „Germany Goal“ klingt es von allen Seiten. Das entgültige Erbgebnis von 7:1 für Deutschland bringt uns alle und auch die Einheimischen in eine euphorische Stimmung.

Am späten Nachmittag des nächsten Tages machen wir eine Tour mit dem Pick-up von Port Resolution in eine Kastom Village. Eine Dorfgemeinschaft, die sich dazu entschieden hat, streng nach den Gesetzen ihrer Überlieferungen zu leben. Einfache Hütten aus Palmstroh, Röcke aus Grasstroh. Die Männer tragen „nambas“, aus Grasstroh gefertigte Penisfutterale. Wir werden mit einer Tanzvorführung unterhalten, nach alter Sitte sind alle Tänzer mit grünen Pflanzen geschmückt und bemalt; die Frauen barbrüstig. Auch Kinder nehmen an dieser Tanzvorführung teil. Man hat das Gefühl, als wäre man Teil der Entdeckungsreise von James Cook. Es ist noch nicht sehr lange her, das hier der Kannibalismus ein Ende gefunden hat.

Wir verabschieden uns von diesen „Kannibalen“ und fahren an den Rand des Vulkans „Mount Yasur“. Wir müssen etwas höher an den Rand des Kraters klettern und erleben das einmalige Schauspiel dieses Vulkans, der in regelmäßigen Abständen ein Kaskade von feuriger Lava ausspuckt und rot leuchtend den inzwischen dunklen Abendhimmel erhellt, begleitet von rumpelnden und grollenden Geräuschen aus der Tiefe des Kraters. Ein Erlebnis!

Für den nächsten Tag ist eine freundschaftliche Begegnung mit den Bewohnern des Dorfes von Port Resolution vorgesehen, die uns zu einem Abendessen in ihrem Yachtclub einladen.

Eine einfach eingerichtete Hütte; die aber eine herrlichen Blickauf die Bucht und die dort ankernden Yachten bietet. Ein Yachtclub ohne Schiffe, höchstens mit 1-2 aus einem Baumstamm mit einer Axt gefertigten kleinen Kanus mit Ausleger.

Zu dieser Begegnung gehört auch der Austausch von Geschenken. Jeder von uns gibt, was er hat. T-Shirts neu oder gebraucht sind gefragt, sonstige Textilien, Lebensmittel wie Zucker und Konserven, Werkzeuge und sonstiger Haushaltsbedarf. Wir haben einen großen Sack zusammengestellt, den wir an Land mitnehmen. Wir treffen uns alle mit den Dorfbewohnern an der Landestelle und ziehen unter Führung der tanzenden und singenden Einheimischen zum Yachtclub, wo auch das Abendessen stattfindet. Jeder erhält eine traditionelle Kopfbedeckung, geflochten von den Bewohnern aus den Gräsern und Blättern des Urwaldes. Die Geschenke von uns werden auf dem Rasen zu einem großen Stapel aufgebaut und auch die Dorfbewohner haben ihre Geschenke mitgebracht, verpackt in selbst hergestellten grünen Stroh- und Graskörben.

Es folgen Ansprachen des Dorfältesten und eine Begrüssung durch die Frauen des Dorfes mit Tanz und Gesang. Alles erfolgt sehr förmlich wie nach einem alten Ritual. Die Geschenke der Dorfbewohner werden nun aufgeteilt unter den Gästen, und die mit Blumen geschmückten Körbe, die mit Obst und Gemüsen gefüllt, werden uns übergeben. Unsere Geschenke an die Dorfbewohner werden entgegengenommen und wohl später verteilt werden.

Inzwischen sind die Speisen in der kleinen Clubhütte aufgetragen. Selbstgefertigte Grasschalen dienen als Untersetzer für Pappteller, wohl eine Konzession an die Zeitläufe.

Die Speisen bestehen aus angerichtetem Obst, Reis und Gemüsen, sowie Hühnchen und geschmortem Rindfleisch. Ein größeres Schwein aus dem Erdofen gefüllt mit Kartoffeln und Gemüsen ist eines der angebotenen Gerichte. Ein kleines Schweinchen wurde entbeint und platt gedrückt kross gebraten. Natürlich gab es hinterher noch Kuchen und Süßspeisen zum Dessert. Wir konnten nicht alles beim Namen nennen.

Zur Unterhaltung wurde während des Essens von den Frauen und Kindern des Dorfes gesungen und getanzt begleitet von Musikern mit ihren traditionellen Instrumenten. Es dauerte nicht lange und die Gäste tanzten nach dem Essen zusammen mit den Dorfbewohnern.

Es war ein schönes Fest; eine Begegnung unserer „zivilisierten“ Gesellschaft mit der einfachen Herzlichkeit glücklicher und mit Wenigem zufriedener Menschen.

Hubert

13. 7. 2014

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Die Reise von Fiji zur Insel Tanna in Vanuatu

nachTanna

Mit einem Haufen leckeren Lebensmitteln aus Deutschland im Gepäck kam ich nach zwei Flugtagen und einem verlorenen Datumstag wieder in Fiji an. Die Arbeiten am Schiff waren zur Zufriedenheit ausgeführt. Wir mussten eilen, um nach Musket Cove zu kommen, einer kleinen Marina und schönen Ferienanlage, wo sich die Gruppe der ARC World treffen wollte, bevor es am 5. 7. 2014 zur Rally nach Tanna in Vanuatu gestartet werden sollte.

Die Zufahrt nach Musket Cove erforderte eine genaue Navigation, da es von vielen Riffen umgeben war. Die neu gebaute Marina war zudem noch nicht auf unseren Seekarten verzeichnet. Unsere Augapfelnavigation war jedoch erfolgreich; alle Riffe wurden umschifft und wir konnten an einer Mooring rechtzeitig festmachen.

Die Wettervorhersage gab Informationen über ein Tiefdruckgebiet auf der Strecke nach Vanuato, besonders auf den letzten 150 Seemeilen der insgesamt 450 Seemeilen langen Strecke nach Tanna. Aufgrund der Wetterlage wurde die Strecke als Rally abgesagt und jedem freigestellt, schon zu einem früheren Zeitpunkt loszusegeln, um dieses Tiefdruckgebiet zu vermeiden. Nach einem netten gemeinschaftlichen Dinner in Musket Cove verließ nun jedes Schiff nach eigenem Ermessen seinen Ankerplatz in Richtung Vanuatu. Die Wettervorhersage schwächte sich etwas ab; jetzt war nur noch Wind bis 30 Knoten vorhergesagt. Wir waren beruhigt und verließen Musket Cove wie vorgesehen am 5. Juli durch die offene Passage des Außenriffs.

Ein kräftiger Südostwind verhalf uns am ersten Tag zu einem Etmal von 208 Seemeilen,

ein Durchschnitt von 8,67 Knoten. Es ging weiter mit gutem Wind, der leider etwas nach Ost zurückdrehte und uns zwang, etwas von unserem direkten Anliegekurs abzugehen, denn wir brauchen schon mindesten einen Windwinkel von 150 Grad, um einigermaßen vernünftig vor Wind zu segeln. Teilweise rollen wir die Fock ein, wenn die Abdeckung des Großsegels sie zu sehr schlagen läßt und segeln nur unter Großsegel vor Wind. Aber das reicht auch für eine gute Geschwindigkeit von 7-9 Knoten, sofern der Wind es gut mit uns meint.

Pünktlich zum angesagten Zeitpunkt des erwarteten Tiefdurchläufers wurde der Wind immer schwächer und blies nur noch mit 4-6 Knoten. Es ging dann innerhalb weniger Minuten, daß sich der Wind steigerte, auf 20 Knoten und auf teilweise 30 Knoten, verbunden mit einem Dreher, für den wir eine Halse fahren sollten, um unseren Zielkurs besser anzuliegen. Eine Halse bei 30 Knoten Wind kann recht gefährlich sein; wir entschieden uns daher für ein Kuhwende und gingen gegen den Wind auf den anderen Bug. Bei dieser Gelegenheit haben wir gleich noch ein Reff in das Goßsegel eingebunden (eingerollt eigentlich) und ab ging die Fahrt auf Zielkurs. Der Wind hatte inzwischen weiter zugenommen. 40 Knoten und mehr in Böen schoben und auf das Ziel Tanna zu. Mit der Welle von hinten kamen wir ins Surfen. Unsere Logge zeigt einmal 18,8 Knoten an. Ein Rekord! Langsam beruhigte sich der Wind, als wir um Mitternacht in Port Resolution auf Tanna ankamen. Früher als erwartet in Dunkelheit, in einer riffreichen Bucht mit einigen ankernden Schiffen; nicht gerade was man sich wünscht.

Hubert

9. 7. 2014

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Die Werft-Odyssee der CHIKA-lu

Werft

Nach unseren Erfahrungen in Galapagos und den Informationen, die wir von den strikten Einklarierungsbestimmungen in Australien hatten, hielten wir es für gut, der CHIKA-lu einen neuen Antifoulinganstrich des Unterwasserschiffes zu verpassen. Diesmal nicht in weiß, sondern in schwarz und mit Micron 66, von der wir wissen, daß diese Farbe in Australien nicht beanstandet wird.

Fiji schien uns ein geeigneter Ort zu sein, preislich und von der Versorgung mit Material betrachtet. Wir verabredeten einen Termin mit der Marina in Danerau und machten genaue Angaben über das Schiff, Länge, Breite und Tiefgang. Alles war verabredet. Wir stellten uns dort auch pünktlich ein und standen unter dem Travellift. Erst da wurde der Werft bewusst, daß wir mit unserem Tiefgang von 3,10 m nicht herausgeholt werden können, da man uns nicht hoch genug heben kann, um uns an Land zu setzten. Wir mussten wieder unverichteter Dinge zurück. Es wurde hektisch telefoniert. Nun Vuda Marine, etwa 10 Seemeilen entfernt.

Um in die Vuda-Marina einfahren zu können, mussten wir erst einmal auf Hochwasser warten. Die Einfahrt war dann knapp aber gerade ausreichend. Im Hafen machten wir erst einmal an der zentralen Mitteltonne des kreisrunden Hafenbeckens fest. Der Travellift war für die Zeit des nächsten Hochwassers vorgesehen. Im Hafenbecken saßen wir daher bald auf Schlick und boten einen traurigen Anblick aufgrund unserer Schlagseite. Aber die Tide kommt ja zuverlässig und wir konnten bei Hochwasser an den Travellift verholen. Diesmal klappte es auch und bald stand die CHIKA-lu an Land. Alle waren erleichtert, auch die durchaus erfahrenen Bediener des Travelliftes.

Die Arbeiten am Unterwasserschiff mit Antifouling waren beauftragt. Für unser Großsegel hatten wir einen Segelmacher gefunden, der uns ein neues Vorliek einnähte und die Lattentaschen verstärkte, die sich aufgrund des ständigen Druckes der Segellatten bei den andauernden Vorwindstrecken aufgescheuert hatten. Außerdem stellten wir erst jetzt fest, daß uns der Lümmelbeschlag gebrochen war und ersetzt werden musste.

Es war also alles geregelt. Die Weiterfahrt von Fiji nach Vannuatu war für den 5. Juli vorgesehen; so konnte ich die Gelegenheit nutzen zu einem Besuch nach Berlin und den Geburtstag meiner Zwillinge Katja und Ines und meiner Enkeltochter Lotte mitfeiern.

Hubert

2. 7. 2014

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2 Wochen Landgang

IMGP2692Nach einer sportlichen Überfahrt von Tonga, sind wir nun in Fidschi gelandet. Um ein paar Wartungsarbeiten durchführen zu lassen, im Wesentlichen neues Antifouling, waren wir auf der Suche nach Möglichkeiten das Schiff an Land zu bringen. Nach einigen Schwierigkeiten mit den Werften hier, wegen der Größe des Schiffes, steht die Chika-lu seit Donnerstag auf dem Trockenen und die Arbeiten sind im vollen Gange.

Hubert ist auf dem Weg nach Berlin und der Rest der Crew erkundet Fidschi bzw. betreut die Arbeiten hier auf der Werft. Ende Juni geht die Tour dann weiter.

 

Schöne Grüße aus der Vuda Point Marina

 

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Das Königreich Tonga

Es war ein guter Entschluß aufzubrechen.tonga Das Wetter auf der ca. 250 sm  langen Strecke nach Neiafu auf VAVA`U war ohne Regen und mit einem gleichmäßigen Wind aus SüdOst begleitet. Alle Befürchtungen waren Makulatur. Wir kamen in der Dunkelheit um 5 Uhr in der Frühe an und liefen deshalb zu einem leicht erreichbaren Ankerplatz in Port Murelle.

Wir waren gerade noch rechtzeitig am Freitag 30. 5. vor Ort, um unsere Einklarierung zu erledigen, dann am Wochenende wird nicht gearbeitet und an dem folgenden Montag gab es einen Feiertag. Zudem sind wir über die Datumsgrenze gekommen und haben einen ganzen Tag verloren. Jetzt sind wir Europa um fast einen halben Tag voraus. Die Folge wäre gewesen, das wir bis zur Einklarierung nicht hätten an Land gehen können. Man nimmt das alles sehr ernst. Wir finden eine Mooring vor der Stadt und liegen dort sicher in der Nähe von Restaurants und Anlegestegen.

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Die Haie winken zum Abschied von Suwarrow und begrüßen uns in Niue

Die Crew hat die Schwarzspitzenriffhaie gut gefüttert. Laticauda colubrina Wakatobi 2Jedenfalls schwimmen täglich ein Dutzend von ihnen um uns herum. Es scheint fast, als würden sie uns zum Abschied begleiten und nochmals zuwinken, als wir das Atoll am 20. 5. wieder verlassen.

Es geht weiter nach NIUE, eine kleine unabhängige Insel, die von Neuseeland administratif vertreten wird. Es ist ein Korallenatoll, dessen Lagune sich später erhoben hat und jetzt eine geschlossene Insel bildet, ca. 15-30 m hoch und bewaldet. Rundum Korallenriff und tiefes Wasser. Als wir im Dunkeln gegen 20 Uhr nach ca. 500 sm dort ankommen, suchen wir uns eine Mooringboje, die dort vor der Westküste von Niue vor der Hauptstadt Alofi in 30 m Tiefe vom örtlichen Yachtclub ausgelegt sind.

Das Anlanden am kleinen Hafen von Alofi gestaltet sich aufgrund des ständig vorhandenen Schwells schwierig. Da es keine Möglichkeit zum Festmachen des Dinghies gibt, muss das Dinghie jeweils gekrant werden und auf dem hohen Betonkay abgestellt werden.

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